Cloud Computing

Cloud Computing oder Cloud IT ist ein Trend- bzw. Hype-Thema aus den Jahren 2008 und 2009. Die meisten Angebote und Leistungen, die unter dem Begriff "Cloud Computing" verkauft werden, sind nicht unbedingt neu.
Cloud Computing umfasst Anwendungen, Daten, Speicherplatz und Rechenleistung aus einem virtuellen Rechenzentrum, das auch Cloud (= Wolke) genannt wird. Die Bezeichnung Cloud wird deshalb verwendet, weil das virtuelle Rechenzentrum aus zusammengeschalteten Computern (Grid) besteht und die Ressource von keinem spezifischen Computer bereitgestellt wird. Die Ressource befindet sich irgendwo in dieser Wolke aus vielen Computern. Die Ressourcen werden darin dynamisch und bedarfsweise abgerufen.

Definition von Cloud Computing

So viele Lösungen es gibt, so viele Definitionen zu Cloud Computing gibt es. Eine allgemein gültige Definition von Cloud Computing hat sich noch nicht durchgesetzt. Trotzdem kann man zusammenfassend sagen, dass Cloud Computing eine virtuelle und skalierbare IT-Infrastruktur bereitstellt. Bestandteil von Cloud Computing kann Speicher, Rechenzeit oder komplexe Dienste sein, die über festgelegte Schnittstellen angefordert werden können. Dabei spielt es keine Rolle, auf welcher Hardware diese ausgeführt werden.

Wie funktioniert Cloud Computing?

Bei Cloud Computing verschiebt sich der Ort der Bereitstellung von Speicher, Rechenleistung und Anwendungen auf virtuelle Server, die in großen Serverfarmen organisiert werden. Cloud Computing bildet damit auch die Grundlage für "Software as a Service" (SaaS). Hier werden die Anwendungen nicht auf der lokalen Maschine der Anwender installiert, sondern als Dienstleistung nach Bedarf von Serverfarmen ausgeliefert.
Mit Cloud Computing wird IT zu einem Gebrauchsgut, wie Wasser oder Strom. Die Entwicklung, die IT dabei durchläuft lässt sich mit der industriellen Revolution im frühen 19. Jahrhundert vergleichen. Erst haben Industriebetriebe ihren eigenen Strom produziert, um dann auf ein Versorgermodell zu wechseln, dass den Strom direkt ins Haus lieferte. Damals wie heute setzt das eine Infrastruktur voraus, die heute mit dem Internet und den breitbandigen Anschlüssen faktisch vorhanden ist.
Cloud Computing baut auf Techniken, die für sich alleine ausgereift und praxiserprobt sind. Dazu gehört Virtualisierung, Grid Computing und Provisioning-Software. Ebenso wichtig ist eine hohe verfügbare Bandbreite, die den Zugang zur "Cloud" erst möglich macht.
Wirklich neu an Cloud-Computing ist das Abrechnungsmodell, bei dem der Anwender auch nur das bezahlen muss, was er tatsächlich benötigt.

Formen von Cloud Computing

Infrastructure as a Service (IaaS)IaaS basiert auf Virtualisierung. Dazu zählen Rechenleistung, Datenspeicher und Server, die nach Bedarf erweitert werden. Bezahlt wird das, was man nutzt bzw. verbraucht.
Beispiel: Amazon Web Services, 10gen, IBM Blue Cloud
Platform as a Service (PaaS)Im Prinzip handelt es sich hier um ein Betriebssystem, meist mit Entwicklungsumgebung, auf dem einfache Applikationen entwickelt und betrieben werden können.
Beispiele: App Engine von Google, Windows Azure von Microsoft
Software as a Service (SaaS)Die Anwendung ist auf dem Server des Anbieters installiert und wird meist über einen Browser aufgerufen. Auch die Daten, die erstellt und bearbeitet werden, werden dort gespeichert.
Beispiele: Google Apps, Salesforce.com

Vorteile durch Cloud Computing

  • IT-Infrastruktur leichter skalierbar und flexibel anpassbar
  • zentrale Datenhaltung
  • geringe Betriebskosten
  • leichtes System-Management


Nutzen durch Cloud Computing

Durch den Verzicht auf langfristige Verträge wäre eine verbrauchsabhängige Abrechnung nach CPU-Stunden oder Speichervolumen denkbar.
Vorstellbar ist, dass Firmen künftig ihre eigene IT-Infrastruktur dynamisch mit zusätzlichen Ressourcen aus der "Cloud" erweitern, die Einführungszeit neuer Anwendungen verkürzen und die Umgebungen an die jeweiligen Anforderungen anpassen.

Probleme durch Cloud Computing

  • Sicherheit um Daten
  • Verfügbarkeit von Diensten
  • sensible Daten liegen auf Servern im Ausland
  • juristische Probleme wegen der Datenverarbeitung im Ausland